Was ist ein LMS (Lernmanagementsystem)?

Junger Mann lernt auf dem Sofa mit einem Tablet auf einem Kissen, mit Stift, Notizbuch und Kopfhörern um den Hals

Ein LMS (Lernmanagementsystem, englisch learning management system) ist eine Software, mit der Sie Online-Kurse erstellen, Teilnehmern Zugang geben und den Lernfortschritt jedes Einzelnen verfolgen. Lektionen, Tests, Aufgaben und Zertifikate liegen an einem Ort. Für eine Onlineschule ersetzt ein LMS verstreute Dateien, Chats und Tabellen durch ein System, das den Unterricht steuert und die Daten der Teilnehmer festhält.

Das Wichtigste

  • Ein LMS speichert Lektionen, regelt den Zugang und hält fest, wie weit jeder Teilnehmer ist.
  • Die Kernmodule sind Kurse, Tests, Aufgaben, Fortschritt und Zertifikate.
  • LMS für Onlineschulen nehmen meist auch Zahlungen an und versenden E-Mail-Kampagnen.
  • Videoplattform, Website oder Webinarraum decken jeweils nur einen Teil der Arbeit ab.
  • Der Umstieg lohnt sich, sobald Zugänge, Korrekturen und Fortschrittskontrolle zu viel Handarbeit kosten.

Wofür steht LMS?

LMS steht für Learning Management System, auf Deutsch Lernmanagementsystem: eine Plattform, auf der Kurse aufgebaut, bereitgestellt und ausgewertet werden. Im Alltag sagt man oft einfach Lernplattform oder E-Learning-Plattform. Hochschulen sprechen manchmal von einer virtuellen Lernumgebung. Gemeint ist in allen Fällen ein Ort, an dem Teilnehmer online lernen und Lehrende ihre Ergebnisse sehen. Eine kurze Definition finden Sie auch im Softbook-Glossar unter LMS.

Ein LMS hat zwei Seiten. Lehrende oder die Schulleitung arbeiten im Verwaltungsbereich: Sie bauen Lektionen, legen die Reihenfolge fest, prüfen Hausaufgaben und lesen Berichte. Teilnehmer sehen ihr persönliches Konto mit ihren Kursen, der nächsten Lektion, ihren Ergebnissen und Zertifikaten. Alles, was ein Teilnehmer dort tut, wird gespeichert, und die Schule muss es nicht von Hand zusammentragen.

Was macht ein LMS?

Ein LMS erledigt fünf Kernaufgaben: Es hält die Kursinhalte bereit, regelt, wer sie öffnen darf, prüft das Wissen, erfasst den Fortschritt und bestätigt den Abschluss. Viele Plattformen ergänzen Kommunikation und Verkauf. Die Tabelle zeigt, was jedes Modul tut und warum eine Onlineschule es braucht.

ModulWas es tutWarum die Schule es braucht
KursbaukastenOrdnet Lektionen in Module und enthält Video, Text, Audio, Dateien und PDFsEin strukturierter Kurs statt Links, verteilt über Chats und Cloud-Ordner
Zugang und EinschreibungSchreibt Teilnehmer in Kurse und Gruppen ein und legt fest, wie lange der Zugang giltJeder sieht nur, was er gekauft hat oder was ihm zugewiesen wurde
ZeitplanÖffnet Lektionen der Reihe nach, zu festen Terminen oder nach einem festen AbstandTeilnehmer gehen das Programm in dem Tempo durch, das Sie geplant haben
Tests und QuizzePrüft Wissen mit bewerteten Fragen, Bestehensgrenze und WiederholungenSie sehen, wer das Thema verstanden hat, bevor es weitergeht
AufgabenSammelt Hausaufgaben, Lehrende bewerten sie und schreiben KommentareÜbung und Feedback bleiben bei der Lektion
Fortschritt und AnalysenZeigt abgeschlossene Lektionen, Abbruchstellen und inaktive TeilnehmerSie finden schwache Lektionen und Teilnehmer, die einen Anstoß brauchen
ZertifikateStellt nach Kursende ein Dokument ausTeilnehmer erhalten einen Abschlussnachweis, den sie vorzeigen können
KommunikationKommentare, Ankündigungen und Chats im KursFragen werden dort beantwortet, wo gelernt wird
Verkauf (in LMS für Onlineschulen)Produktseiten, Preise, Zahlungen und automatischer Zugang nach der ZahlungKurs und Geschäft laufen über ein Konto

Nicht jedes LMS hat jedes Modul. Plattformen für Hochschulen und Mitarbeiterschulungen verzichten oft auf Zahlungen, Plattformen für Onlineschulen haben sie meist eingebaut.

Wer nutzt ein LMS?

Ein LMS nutzt jeder, der mehr als eine Handvoll Menschen online unterrichtet, denn Zugänge und Fortschritt von Hand zu verfolgen funktioniert nicht mehr, sobald die Gruppe wächst. Die Nutzer lassen sich in vier Gruppen teilen.

  • Onlineschulen und Kursersteller verkaufen Kurse an alle Interessierten. Für sie ist das LMS auch der Laden: Es nimmt die Zahlung an und öffnet den Kurs.
  • Coaches und Nachhilfelehrkräfte führen Gruppenprogramme mit Lektionen zwischen den Live-Terminen und wollen sehen, wer die Aufgaben erledigt hat.
  • Unternehmen schulen Mitarbeiter und Kunden: Einarbeitung, Produktschulungen, Pflichtschulungen.
  • Hochschulen und Schulen bieten Fernunterricht und Blended Learning neben dem Präsenzunterricht an.

Die Module sind für alle vier Gruppen dieselben. Unterschiedlich ist das Gewicht: Ein Unternehmen achtet vor allem auf Berichte für Führungskräfte, eine Onlineschule auf den Verkauf und darauf, dass Teilnehmer den Kurs bis zum Ende machen.

Was unterscheidet ein LMS von Videoplattform, Website und Webinarraum?

Ein LMS verbindet Inhalte, Zugang und Ergebnisse, während eine Videoplattform, eine Website oder ein Webinarraum jeweils nur ein Stück dieser Kette abdeckt. Viele Schulen starten mit diesen Werkzeugen und wechseln zum LMS, wenn die Lücken zu viel Zeit kosten.

AnsatzWas er gut kannWas bei Ihnen bleibt
VideoplattformSpeichert Videos und spielt sie zuverlässig abReihenfolge der Lektionen, Tests, Hausaufgaben, Fortschritt, Zugang nach der Zahlung
Eigene WebsiteVolle Kontrolle über Design und SeitenTeilnehmerkonten, Zugangsregeln, Zahlungen und Updates, oft über Plugins
WebinarraumLive-Unterricht mit Chat und BildschirmfreigabeAufzeichnungen, Aufgaben zwischen den Terminen, Nachweis, wer teilgenommen und abgeschlossen hat
Cloud-Ordner und ChatsSchneller, kostenloser Start für eine PilotgruppeAlles außer dem Teilen von Dateien, von Hand
LMSLektionen, Zugang, Tests, Fortschritt und Zertifikate in einem SystemSie arbeiten mit den Funktionen, die die Plattform bietet

Die Ansätze lassen sich kombinieren. Eine Schule kann ihre Website für das Marketing behalten und den Kurs selbst im LMS durchführen, oder live unterrichten und die Aufzeichnungen als Lektionen ablegen. Wie die Optionen aus Sicht des Kursautors aussehen, lesen Sie im Überblick über Online-Kurs-Plattformen.

Welche Arten von LMS gibt es?

LMS unterscheiden sich danach, wer die Software betreibt und für welche Zielgruppe sie gebaut ist. Diese zwei Merkmale erklären die meisten Unterschiede, die Ihnen beim Vergleich von Plattformen begegnen.

Nach Betrieb:

  • Cloud-LMS (Abo). Der Anbieter hostet und aktualisiert die Plattform, Sie nutzen die vorhandenen Werkzeuge. Prüfen Sie, was das Abo enthält, welche Grenzen gelten und wie Sie Ihre Daten exportieren können.
  • Selbst gehostetes LMS (oft Open Source). Sie installieren die Software auf Ihrem eigenen Server und können sie anpassen. Hosting, Einrichtung, Updates und Support bleiben bei Ihnen oder Ihrem Entwickler. Open Source heißt deshalb nicht, dass keine laufenden Kosten entstehen.

Nach Zielgruppe:

  • Akademisches LMS für Hochschulen und Schulen, aufgebaut um Kurse, Semester und Noten.
  • Betriebliches LMS für Mitarbeiterschulungen, aufgebaut um Pflichtkurse und Berichte für Führungskräfte.
  • LMS für Onlineschulen und Kursersteller, aufgebaut um den Kursverkauf, mit Zahlungen, Verkaufsseiten und E-Mail-Kampagnen neben den Lernwerkzeugen.

Wann braucht eine Onlineschule ein LMS?

Eine Onlineschule braucht ein LMS, wenn die Handarbeit rund um den Kurs schneller wächst als die Zahl der Teilnehmer. Diese Anzeichen zeigen, dass es so weit ist:

  • Sie schalten nach jeder Zahlung den Zugang von Hand frei;
  • Hausaufgaben kommen per Chat und E-Mail, und einige gehen verloren;
  • Sie können nicht sagen, bei welcher Lektion die meisten Teilnehmer aufhören;
  • für jede neue Gruppe kopieren Sie Links und Dateien von vorn;
  • Teilnehmer fragen nach einem Zertifikat, und Sie gestalten jedes einzeln in einem Grafikprogramm.

Der Umstieg selbst gelingt in sechs Schritten:

  1. Halten Sie fest, was Sie heute unterrichten: Kurse, Lektionen, Materialien, Tests und Live-Termine.
  2. Schreiben Sie auf, welche Aufgaben die Plattform übernehmen muss, vom Zugang nach der Zahlung bis zum Zertifikat.
  3. Vergleichen Sie Plattformen anhand dieser Liste und testen Sie die engere Auswahl in einer kostenlosen Testphase.
  4. Bauen Sie zuerst einen Kurs nach: Module, Lektionen, Tests und Hausaufgaben.
  5. Richten Sie Zugang, Zeitplan der Lektionen und Zahlungen ein und gehen Sie den Kurs als Teilnehmer durch.
  6. Holen Sie die bestehenden Teilnehmer gruppenweise auf die Plattform und sagen Sie ihnen, wo der Kurs jetzt liegt.

Wenn Sie den Kurs von Grund auf neu bauen, hilft die Anleitung Online-Kurs erstellen mit Struktur, Lektionsformaten und Wissenstests. Die Kriterien für Schritt 3 finden Sie in der Checkliste LMS auswählen.

Wie funktioniert ein LMS in Softbook?

Softbook ist eine Plattform für Onlineschulen: Kurse, Verkauf, CRM, E-Mail-Kampagnen und ein Website-Baukasten an einem Ort. Sie können unbegrenzt viele Teilnehmer hinzufügen, und die Plattform nimmt keine Provision auf Ihre Verkäufe. Als LMS-Software für Onlineschulen deckt Softbook alle Module aus der Tabelle oben in einem Konto ab, ohne Code. So sehen die Kernaufgaben eines LMS in der Praxis aus.

  1. Bauen Sie den Kurs. Legen Sie Module und Lektionen an. Eine Lektion kann Video, Text, Audio, Bilder, Dateien und PDFs mit seitenweiser Ansicht enthalten. Die KI entwirft Kursstruktur und Lektionen nach Thema, Zielgruppe und Ziel, und Sie überarbeiten den Entwurf im Editor. Mehr dazu im Kursbaukasten.
  2. Ergänzen Sie Tests und Hausaufgaben. Tests haben acht Fragetypen, von der Einfachauswahl bis zum Zuordnen und Sortieren, mit Bestehensgrenze, Wiederholungen und Zeitlimit. Hausaufgaben nehmen auch Sprachantworten an, Lehrende bewerten sie und antworten.
  3. Legen Sie Zugang und Zeitplan fest. Importieren Sie Teilnehmer aus einer CSV-Datei, ordnen Sie sie Gruppen zu und schalten Sie die feste Reihenfolge der Lektionen, feste Termine oder einen Drip-Zeitplan mit Abständen in Minuten, Stunden oder Tagen ein. Bestimmen Sie, wie lange der Zugang gilt.
  4. Verkaufen Sie und öffnen Sie den Zugang automatisch. Verkaufen Sie einen einzelnen Kurs, ein Kurspaket, ein Abo oder ein kostenloses Produkt. Verbinden Sie einen Zahlungsanbieter: Nach der Zahlung öffnet sich der Zugang mit Login-Daten von selbst.
  5. Stellen Sie Zertifikate innerhalb der Plattform aus. Gestalten Sie ein Zertifikat mit dem Namen des Teilnehmers, dem Kurs, einer Seriennummer und einem QR-Code. Die Prüfung anhand der Seriennummer oder des QR-Codes zeigt, dass das Zertifikat über Softbook im Namen der Schule ausgestellt wurde, die darauf steht.
  6. Verfolgen Sie den Fortschritt. Die Analysen zeigen, welche Lektionen Teilnehmer abschließen, wo sie aufhören und wer sich länger nicht eingeloggt hat. Lernen können Teilnehmer auch in der App Softbook LMS für iPhone und Android.

Eine Einschränkung sollten Sie einplanen: Aufzeichnungen von Live-Terminen über die Videokonferenz-Integration landen nicht automatisch im Kurs. Jede Aufzeichnung laden Sie selbst als Lektion hoch. Wenn Sie nicht weiterkommen, ist Softbook Care rund um die Uhr erreichbar.

Häufige Fragen

Wofür wird ein LMS genutzt?

Mit einem LMS werden Online-Kurse bereitgestellt und das Lernen nachverfolgt. Lehrende bauen Lektionen, ergänzen Tests und Hausaufgaben und geben Teilnehmern oder Gruppen Zugang. Das System speichert Fortschritt, Ergebnisse und Abschlüsse, sodass die Schule sieht, wer fertig ist, wer zurückliegt und welche Lektionen Probleme machen. Plattformen für Onlineschulen nehmen außerdem Zahlungen an und öffnen den Kurs nach dem Kauf.

Ist eine Lernplattform dasselbe wie ein LMS?

Im Alltag ja: Lernplattform ist der gängige deutsche Begriff, LMS die Fachbezeichnung für Learning Management System. Beide meinen eine Plattform, auf der Teilnehmer online lernen und Lehrende ihre Ergebnisse sehen. Manchmal wird Lernplattform weiter gefasst und schließt reine Sammlungen von Lernmaterial ohne Fortschrittskontrolle ein. Ein LMS verwaltet dagegen immer auch Zugang, Tests und Fortschritt.

Brauche ich ein LMS für einen einzigen kleinen Kurs?

Nicht unbedingt. Eine Pilotgruppe aus wenigen Personen kann über einen geteilten Ordner und einen Chat lernen. Ein LMS lohnt sich, sobald Sie den Zugang nach jeder Zahlung von Hand freischalten, Hausaufgaben an verschiedenen Orten einsammeln oder nicht sehen, wer fertig ist. Planen Sie eine zweite Gruppe oder einen zweiten Kurs, starten Sie leichter gleich im LMS, als später umzuziehen.

Was kostet ein LMS?

Die Preise für ein LMS folgen meist einem von drei Modellen: Abo, Gebühr pro aktivem Teilnehmer oder Provision auf jeden Verkauf, manche Anbieter kombinieren sie. Vergleichen Sie die Gesamtkosten bei der Größe, die Sie erreichen wollen, nicht nur den Einstiegstarif. Bei Softbook hängt der Preis nicht von der Zahl der Teilnehmer ab, und die Plattform nimmt keine Provision auf Verkäufe. Aktuelle Preise stehen auf der Preisseite von Softbook.

Können Teilnehmer ein LMS auf dem Smartphone nutzen?

Ja, die meisten modernen LMS laufen im mobilen Browser, viele haben eigene Apps. Teilnehmer öffnen Lektionen, machen Tests und schicken Hausaufgaben vom Smartphone aus. Bei Softbook lernen Teilnehmer in der App Softbook LMS für iPhone und Android, und Schulinhaber und Lehrende prüfen in derselben App Hausaufgaben und arbeiten mit Teilnehmern.

Teilen

Folgen Sie uns in den sozialen Medien

Folgen Sie uns, damit Sie keine neuen Artikel, Ankündigungen und Softbook-Updates verpassen.

Customer Care — echte Menschen, in Ihrer Sprache

Schnelle, konkrete Antworten, rund um die Uhr.